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Schule von innen betrachtet

05.06.2011

Neuigkeiten >> HG-Magazin

Nicht wenige Abiturienten pflegen nach bestandenem Examen drei Kreuze zu machen, das Thema ,Schule’ für immer ad acta zu legen. Nicht so Lennart ,Lenni` Pietsch. Er nutzte sein Freiwilliges Soziale Jahr (FSJ), um bei einem der beiden Kooperationspartner des MTV Rosdorf, dem Otto-Hahn-Gymnasium, berufliche Orientierung zu finden. Denn das Lehramt bezeichnete Lenni vor Antritt seiner FSJ-Zeit als eine mögliche Berufswahl mit angedachten Fächern Sport, Politik, Geschichte oder Deutsch.

Die wöchentlich 20 Stunden sollten ihm wertvolle Fingerzeige geben. Waren sie letztlich richtungweisend? „Ein bisschen fehlt mir noch, aber ich könnte mir vorstellen, dass es das Lehramt wird, jedenfalls mehr vorstellen als am Anfang des Jahres“, antwortet der 21-Jährige. Er lernte kennen, „wie Schule funktioniert“. Und zeigt sich beeindruckt: „Es steckt viel Arbeit dahinter. Davor ziehe ich echt meinen Hut.“ Während der Unterricht für ihn mit den „fünften und sechsten Klassen ganz schön anstrengend war, wobei es in den letzten zwei, drei Monaten besser geworden ist, hat es in den höheren Klassen viel Spaß gemacht“. Lenni fand die Sportleistungskurse interessant, und nicht zu vergessen, die Sportkonferenzen: „Sie waren anders, als man es sich vorstellt. Es war viel Bürokratie dabei, die erledigt werden musste.“ Sehr erfreut zeigt sich der HGer darüber, dass „sie mir Vertrauen schenkten und ich einiges machen durfte“. Wie er überhaupt das Miteinander mit den Sportfachkräften als besonders angenehm empfand - „und die Schulleitung ist super freundlich gewesen“. Zurück wir zur Bürokratie. Im Sekretariat lernte Lenni kennen, welcher Arbeitswust gerade durch den jetzt zu verabschiedenden doppelten Jahrgang anfiel. „Die Damen hatten ordentlich etwas zu tun“. Sie waren nach Hörensagen froh, im 21-Jährigen einen engagierten Mitstreiter gefunden zu haben.

Sein wöchentlicher 20-stündigerEinsatz beim zweiten MTV-Kooperationspartner HG führte ihn unter anderem in eine als Trainer unerwartete Klasse, in die Damen-Oberliga. Gemeinsam mit Wilma Leonaviciute versuchte Lenni, die neu formierte junge Mannschaft in der Oberliga zu halten. Was letztlich misslang, nichtsdestotrotz ist es für ihn „eine Riesenerfahrung“ gewesen. „Die Mädchen haben viel gelernt, in der Saison eineinhalb Schritte nach vorn gemacht und sind ein verschworener Haufen gewesen“, lobt Lenni und fügt an: „Es hat viel Spaß gemacht mit Wilma zusammenzuarbeiten. Es ist ärgerlich, dass wir abgestiegen sind. Ich bin schon traurig darüber.“ Und noch eines ist ihm wichtig festzuhalten: Ohne die sich im direkten Umfeld um die Mannschaft kümmernden „Elisabeth Herwig, Lothar Exner, Frank Ahlers und Katja Ahlers-Hampe wäre nichts möglich gewesen“. Wie es für ihn bei der HG weitergeht? Nach den vergangenen 15 Monate als FSJler in denen Lenni „drei bis vier Stunden pro Tag in der Halle unterschiedliche Mannschaften trainierte“, sehnt er sich nunmehr danach, „wieder selbst zu spielen“.

Aber gewiss wird die Zeit kommen, wo Lennart Pietsch seine in der FSJ-Weiterbildung erworbenen neuen Erkenntnisse als Lehrender umsetzen will. Eine Weiterbildung, bei der er „viel Neues, sehr Interessantes kennengelernt hat“ und einen „Superaustausch mit vielen netten Leuten und tollen Seminarleitern hatte“.

Holger Vorrath

aktiviert von Ulrich Gutenberg

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