HG Rosdorf-Grone zieht Zwischenbilanz


Die Handballer der HG Rosdort-Grone sind in der Saison 2017/18 von der Oberliga in die Verbandsliga abgestiegen und haben dort nach vorangegangener massiver Personalzäsur in letzter Minute gerade so den Klassenerhalt geschafft. Im kommenden Jahr soll es deutlich bergauf gehen.

Kampf um jeden Ball: HGRG-Spieler Fabian Theune (links) will mit seinem Team den Klassenerhalt schaffen. Foto: Heller

In der laufenden Saison sieht es nicht gut aus: Zwölf Spiele und nur ein Sieg stehen bisher auf dem Konto. Die HG Rosdorf-Grone verharrt auf dem vorletzten Platz, einem Abstiegsrang. Das soll ab sofort Schnee von gestern sein, der Verein gelobt 2020 Besserung.

Dafür soll der neue Trainer Erik Hogreve (50) sorgen, ein alter Bekannter in Rosdorf. „Ich bin froh, dass mit ihm jetzt eine Lösung gefunden wurde und nun Ruhe einkehrt“, hofft Benjamin „Benni“ Jentsch (36), der eigentlich im Sommer seine aktive Laufbahn beendet hatte, sich aber nach der Talfahrt seines ehemaligen Vereins im November zu einer Hilfestellung entschied.

Die vergangenen beiden Spiele musste der wurfgewaltige Rückraumspieler aus privaten Gründen aussetzen, will aber zum Punktspielauftakt 2020 zu Hause gegen den MTV Braunschweig II (11. Januar) und den MTV Groß Lafferde (18. Januar) wieder auf der Platte stehen – rechtzeitig zur Premiere des neuen Coaches Hogreve: „Ich habe persönlich noch mit Erik zusammengespielt“, sagt der hauptberufliche Personalberater. „Dieser Coach hat einen großen Erfahrungsschatz, von dem wir sicherlich alle profitieren können.“

Jentsch war in der vergangenen Saison noch unter Trainer Sascha Heiligenstadt für den Ligakonkurrenten HSG Rhumetal aktiv gewesen, für den er 85 Tore erzielte. 2006/07 hatte der Rückraumlinke bereits schon einmal in Rosdorf gespielt: „Das war meine erste Seniorenstation. Jetzt möchte ich dem Verein noch einmal ein wenig helfen“, so Jentsch.

Das hat sich auch Pechvogel Konstantin König (26) auf die Fahnen geschrieben: Beim ersten Heimspiel nach seiner Rückkehr hatte er noch nicht einmal eine Viertelstunde Gelegenheit, seine Wurfstärke zu präsentieren – sicherlich mit ein Grund dafür, dass die HG am 29. November das Kreisderby gegen die HSG Oha mit 16:17 ebenso wie die beiden folgenden Auswärtsspiele vor der Weihnachtspause verlor. Eine Oberschenkelverletzung forderte eine mehrwöchige Zwangspause, sodass der Shooter erst im neuen Jahr wieder spielen kann.

„Uns war bekannt, dass beide Spieler nicht in allen Begegnungen mitwirken können und wollen, wir aber beide als Bereicherung für unsere junge Mannschaft sehen“, betont Thomas Koch, stellvertretender HG-Vorsitzender. „Mehr Stabilität und Flexibilität in Abwehr und Angriff sowie ein wenig Entlastung und Führung der jungen Mannschaft erhoffen wir uns natürlich, auch um bis zum Ende der Saison die nötigen Punkte im Kampf um den Klassenerhalt zu sammeln.“

Der 26-jährige Rechtsaußen König hatte ab der E-Jugend beim ostfriesischen Klub Tura Marienhafe das kleine Handball-Einmaleins gelernt, ehe er sich als 17-Jähriger auf den Weg ins 500 Kilometer entfernte Eisenacher Handballinternat machte. In der Folge gastierte er unter unter anderem bei der HG Rosdorf-Grone, für die er zuletzt 2014/15 aktiv war.

Nach seinen Auslandsaufenthalten in Neuseeland und der Schweiz klopfte der in Kassel studierende König in diesem Herbst aus alter Verbundenheit wieder in Rosdorf an. „Hier hat es mir damals schon gut gefallen.“ Und er schaute in der jüngeren Vergangenheit genau hin: „Die letzten Spiele waren alle sehr eng und haben deshalb in meinen Augen gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wenn wir an diese Leistung im nächsten Jahr anknüpfen können und in den entscheidenden Phasen im Angriff unsere Chancen herausspielen, dann haben wir gute Chancen, einige Punkte zu holen. Ich bin überzeugt: Mit diesem Kader und dem neu verpflichteten Trainer haben wir das Potenzial, uns aus den Abstiegsrängen zu spielen.“

Der TG Münden geht es nicht viel besser

Dem Ligakonkurrenten und Oberliga-Absteiger TG Münden geht es nicht viel besser als der HG Rosdorf-Grone, wenngleich der Klub im letzten Spiel vor der Weihnachtspause mit 33:27 gegen Eintracht Hildesheim II den zweiten Saisonsieg einfuhr. Zuvor hatte die TG im September in Rosdorf mit 33:29 die ersten beiden Punkte ergattert. Mündens Spartenleiter Arne Endig sprach im Dezember von einem bisher nicht zufriedenstellenden Saisonverlauf. Man sehe aber auch das Bemühen, das harte Training und die akribische Vorbereitung durch das Trainergespann Matthias Linke und Co-Trainer Jens Wiegräfe, die volles Vertrauen genießen. Man will den eingeschlagenen Weg gemeinsam weitergehen und ist davon überzeugt, dass es der Mannschaft gelingen wird, ihre Qualität zu zeigen und die entsprechenden Punkte zu sammeln. Bester Verbandsligist aus dem Kreis Göttingen ist die HSG Oha von Trainer Jens Wilfer, die mit 13:11 Punkten auf Rang sechs liegt.

Von Ferdinand Jacksch

Quelle: goettinger-tageblatt.de, 27.12.2019

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