Rosdorfer Schützenfest im Derby-Torfestival

Handball-Oberliga Frauen

Sind die Machtverhältnisse im Göttinger Frauen-Handball dabei, sich möglicherweise zu verschieben? Fast sieht es so aus. Denn die treibende Kraft scheint derzeit nicht mehr unbedingt die HSG Göttingen zu sein, sondern die HG Rosdorf-Grone. Die in die Handball-Oberliga zurückgekehrten Rosdorferinnen entschieden jedenfalls das Derby in der THG-Halle eindeutig für sich, gewannen das Torfestival mit 40:35 (16:13).

Angriff aus dem Rückraum: Die HSGerin Michelle Rösler (18) zieht vor Rosdorfs Silvana Hinrichs (11) ab, erzielt eines ihrer drei Tore. Links Nadine Bause. Foto: HUBERT JELINEK/GSD

„Wir hatten in vielen Situationen die richtige Antwort, haben aggressiv gespielt und das Tempo kontrolliert“, fasste HG-Trainer Sascha Heiligenstadt das muntere Schützenfest zusammen.

„Der Sieg für Rosdorf hat an Kleinigkeiten gelegen“, meinte HSG-Coach Uwe Viebrans hinterher. Insgesamt sei es „ein gutes, gleichwertiges Spiel“ gewesen. „Schnell, mit viel Tempo. Die Kleinigkeiten waren eben der Unterschied.“ Zum Beispiel die vielen vom Torgestänge abgeprallten Bälle, die Schiris, die vier Strafen gegen die HSG und sechs gegen Rosdorf verteilten usw.

Insgesamt wirkte das Spiel der HGerinnen flüssiger und gefälliger. Sie ließen den Ball schön durch ihre Reihen laufen und fanden dann (meistens) auch die freistehende Spielerin, die erfolgreich abschließen konnte.

Die Rosdorferinnen gingen durch ihre Torgarantin Amrei Gutenberg in Front und gaben diese Führung nur ein einziges Mal in diesem Stadtduell ab, als Franziska Gräser in der sechsten Minute zum 4:3 für die Gastgeberinnen einwarf. Nachdem Amrei Gutenberg schnell wieder ausgeglichen hatte, sorgte ihre Schwester Maite für die 5:4-Führung der HG, die bis zum Schluss Bestand hatte. Positiv machte sich bei Rosdorf bemerkbar, dass man mit der Ex-Geismaranerin Neele Diek eine Linkshänderin auf Rechtsaußen dazugewonnen hat. Sie war acht Mal erfolgreich, nur übertroffen von Amrei Gutenberg (12).

Zustande kam das Torfestival auch deshalb, weil die Torhüterinnen auf beiden Seiten vor allem in der zweiten Halbzeit so gut wie gar keine Bälle „anfassten“.

Gibt es nun eine Verschiebung der Machtverhältnisse bei den Göttinger Handballfrauen? „Ja“, meinte Viebrans abschließend. „Wenn man zumindest nach der Tabelle geht. Aber wir haben auch zwei, drei Mal mit Pech verloren.“ Schlusspunkt von Heiligenstadt: „Die HSG wollte motivierter als wir auftreten, aber wir waren leidenschaftlicher.“

HSG: Elkenz, Seradj – Tischer 5, Grabowsky, J. Schmieding 9/4, Nat. Bause, Nad. Bause 7, Lieseberg 1, Schilling, Meroth 3/1, Rösler 3, Albrecht 4, Gräser 3

HG: Schlote, Steinberg – Diek 8, A. Gutenberg 12/2, Neidhardt 2, Mündemann 3, Hinrichs 5, Wedemeier 1, Kehler 2, Herthum, Leonard, Weis, Seifert 2/2, M. Gutenberg 5

Von Helmut Anschütz

Quelle: hna.de, 18.11.2019

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.