Vergessen wir mal die ersten 30 Minuten!


SV Einheit 1875 Worbis – HG Rosdorf-Grone II 19:27 (13:12):

Anpfiff Samstagnachmittag um 15:45 Uhr in Worbis. Das ist eine ungewohnte Zeit, zumal man hier nicht wie im Kreis Göttingen, ausreichend Zeit zum Warmmachen vor dem Spiel hat. Nach Abpfiff des Jugendspiels vor uns, hatten wir 25 Minuten Zeit zum Einlaufen.

Aber egal, Worbis war die letzten Jahre immer schon ein Gegner, der uns alles abverlangt hat. Eigentlich, später vom Ergebnis her eine ganz klare Angelegenheit, aber kein Spaziergang. Auch heute wieder, sind wir mit einem reduzierten Kader angereist und hatten noch zwei „beeinträchtigte“ Spieler auf der Bank. Also hieß es für fast alle Spieler wieder 60 Minuten Gas geben. Bis auf unseren ersten Angriff haben wir die erste Halbzeit voll verkackt! In der Abwehr standen sechs Einzelspieler diffus agierend ohne Absprache und Körperspannung! Hüllen im Tor wurde mehr oder weniger bombardiert, die Angreifer konnten problemlos Schlagwürfe ab 8 Metern abfeuern oder ihre Kreisläuferin am Kreis bedienen und wir schauten zu! Der Angriff war das Spiegelbild von der Abwehr! Ideenloser, statischer Standhandball mit versuchten Einzelaktionen, die natürlich oftmals im Abwehrblock versandeten oder von der Torfrau liquidiert wurden. Zudem wurden die Torfrau warmgeschossen, alle Torwürfe halbhoch und hoch. Nicht nur die Abwehrreihe konnte nicht in Wallung gebracht werden, selbst die Torfrau brauchte sich nicht bewegen! Prima, Hilflosigkeit in allen Reihen, auch das genommene Teamtimeout brachte natürlich keinen Erfolg! Halbzeitstand 13:12. Unser Glück war, das Worbis nicht das Potenzial hat, so ein Spiel an sich zu reißen!

So, eine Kabinenpredigt musste her! Und, nachdem ich in einige große erstaunte Augen geschaut habe, konnte ich wohl die Mädels bei ihrer Ehre packen! Ich glaube die Ansprache und das folgende konspirative Gespräch hat gefruchtet! Eine ausgetauschte Mannschaft kam auf den Platz zurück! Es war nun deutlich zu erkennen, wer den Sieg wollte. Zwar blieb uns Worbis im Nacken, aber ab der 36. Spielminute, es stand 14:14, feuerte Tretter nun ganz wichtige, unhaltbare Fackeln ab! Diese Aktionen rissen jetzt das komplette Team mit, endlich war unser gewohnter Teamspirit spürbar! In dieser Situation waren alle Spielerinnen voll da, auch wenn nicht alle Torerfolge erzielen konnten, wurde sich immer wieder gegenseitig motiviert und angeheizt. So konnten wir uns nun einen kleinen Vorsprung erarbeiten und diesen in den letzten 15 Minuten gut ausbauen. Jetzt waren wir in unserem Spiel, die Abwehr war griffig und im Angriff lief es jetzt auch rund. Ballgewinne in der Defensive wurden durch Konter in schnelle Tore verwandelt. Eine kurze Schockstarre in der 45. Minute trat ein, als Krüger, nach einer von vielen tollen Paraden, bei einem Ausfallschritt umknickte! Aber, Hüllen kam zurück und machte dort weiter, wo Krüger ganz stark aufgehört hatte! So macht Handball Spaß, wenn wir die ersten 30 Minuten mal vergessen!

Aufstellung und Tore: Hüllen (TW), R. Wette, Tretter (10/1), Krüger (TW), Gerke, Meyer (1), Hoffmann (2), V. Wette (3/1), Graefe (4), Fulst (3), Sporleder (4)

Thomas Richardt

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