Nach 26:23 in Rosdorf: Plesser Frauen feiern Titel und Aufstieg


Handball-Oberliga –

Göttingen. 18.47 Uhr am Samstag in der Sporthalle am Siedlungsweg: Schlusssirene im Spiel der Oberliga-Handballerinnen zwischen der HG Rosdorf-Grone und der HSG Plesse-Hardenberg. Riesenjubel bei den Gästen, die mit 26:23 (13:8) gewannen und nun in die 3. Handball-Bundesliga aufsteigen. Noch in der Halle begannen die von mehr als 100 Fans begleiteten HSGerinnen zu feiern, verpassten Trainer Tim Becker wenige Minuten später die obligatorische Sektdusche – das kann bei so einem freudigen Ereignis nicht ausbleiben.

„Wir haben kühlen Kopf behalten“, freute sich Becker über den Sieg im vorletzten Spiel der Saison, der zeitweise aber längst nicht klar war. „Aber die mentale Stärke der Mannschaft ist überragend, sie ist einfach nervenstark.“

„Wir sind gut gestartet, aber ab der 40. Minute ist es nochmal eng geworden“, meinte Plesses Lara Al-Najem, die ja aus Osteroder Zeiten schon Drittliga-Erfahrung hat. „Wir werden jetzt noch zu unserer Männer-Mannschaft nach Nörten fahren, ein bisschen vortrinken und dann geht’s ab in die Stadt“, meinte die Linksaußen weiter.

Schnelle Wende zu Anfang

Plesse begann mit einer 3:0-Führung, doch innerhalb von wenigen Minuten drehten die HGerinnen die Partie in der Anfangsphase und führten ihrerseits mit 5:3 (16.). Doch sie egalisierten schnell wieder durch Maike Rombach zum 6:6, und ab dem 7:6 von Marilena Henne ließen sie die Rosdorferinnen auch nicht mehr ausgleichen.

Nach 26 Minuten war die Führung auf vier Treffer (11:7) ausgebaut, mit einem 13:8 ging es in die Pause. Bestanden denn eigentlich Zweifel an der Meisterschaft und am Aufstieg? Nicht wirklich, denn auch wenn es nach dem Wechsel zeitweise nochmal eng wurde für die HSG – bei den HGerinnen fehlte das letzte Quäntchen, um Plesse wirklich noch den vorzeitigen Aufstieg zu vermiesen.

Erste Pleite nach acht Siegen

Nach 41 Minuten waren die Rosdorferinnen, die nach 16:0-Punkten erstmals wieder verloren, auf 15:16 herangekommen, als Freda Seifert einen weiteren Siebenmeter verwandelt hatte. Zum Ausgleich reichte es freilich die Mannschaft von Coach Lenny Pietsch nicht. Plesse baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus, führte nach 45 Minuten wieder 20:16.

Eine kleine Schwächephase nutzte das Pietsch-Team aber gleich wieder aus, verkürzte auf 21:22 (52.), erneut durch Siebenmeter von Seifert. Doch Anja Becker, Isabel Marienfeld und Annika Hollender warfen die drei letzten drei Treffer für die HSG, die sich nicht mehr aus der Erfolgsspur bringen ließ.

Zum Aufstieg bekamen die HSGerinnen dann Rosen von den Rosdorfer Offiziellen, verbunden mit den besten Glückwünschen. Coach Becker blieb aber Realist: „Schön, dass wir für den Nicht-Aufstieg im vergangenen Jahr nur zwei statt sechs oder acht Punkte abgezogen bekommen haben. Aber ohne spielfähiges Team macht die 3. Liga keinen Sinn.“

Sein Kollege Pietsch: „Ein überragendes Oberliga-Spiel! Leider mit dem falschen Ausgang für uns. Aber Plesse ist natürlich verdienter Meister, den wir allerdings ins Schwitzen gebracht haben.“

HG: Schlote, Schorn – Eisenhauer 3, Jäger 1, M. Gutenberg 4, Hille 7, Frölich, Kehler, Seifert 7/4, Moschner, Sobotta, Cohaus.

HSG: Menn, Röhrs – Rombach 7/5, Henne 2, J. Herale, Marienfeld 4, Strahlke 4, Al Najem 2, Hollender 4, Kunze, Becker 2. (gsd)

Von Helmut Anschütz

Quelle: hna.de, 07.05.2017

Bildunterschrift: Wenn Sarah Strahlke trifft… In der zweiten Halbzeit steuerte die HSGerin vier Tore zum Sieg bei. Rechts Rosdorfs Zara Moschner.

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