HG bestraft VfL-Trainerduo


Handball-Oberliga Männer: Rosdorfer 36:18-Kantersieg gegen Wittingens Überzahlspiel

Göttingen. Es war ein komisches Spiel, dieser 36:18 (14:10)-Kantersieg der HG Rosdorf-Grone in der Handball-Oberliga gegen den VfL Wittingen. Wie selten zuvor offenbarte sich, wie verzwickt für eine Mannschaft die seit Saisonbeginn geltenden neuen Handball-Regeln sein können. Maßgeblichen Anteil an der Niederlage seiner Mannschaft hatte zumindest teilweise Wittingens Coach Christian Gades. Er wandte über viele Minuten das neue taktische Mittel mit dem siebten Feldspieler an, was völlig in die Hose ging. So hatte die HG leichtes Spiel und kam zu einem auch in dieser Höhe eher unerwarteten Sieg.

Nach einem „Feuerwehr-Start“ mit einer 4:0-Führung kamen die Wittinger langsam auf, gestalteten die Partie ausgeglichen und egalisierten zum 8:8 (21.). Der schöne Start für die HGer – er war fast wie im Nu wieder dahin.

Acht Würfe ins leere VfL-Tor

Dann aber begannen die Wittinger, mit einem Mann mehr auf dem Feld zu agieren, nahmen ihren Torhüter Kevin Preissner bei eigenen Angriffen immer wieder vom Feld. Bei den ersten beiden Versuchen von HG-Keeper Julian Krüger, ins verlassene VfL-Tor einzuwerfen, klappte es noch nicht – er verfehlte es zweimal. Danach zielten die Rosdorfer genauer. Vor der Pause kamen sie zu zwei „empty-net-goals“, wie es im Eishockey heißt, wenn der Torwart seinen Kasten zugunsten eines weiteren Feldspielers verlassen hat.

Und nach dem Wechsel waren die HGer zum 16., 17., 18. und 19. Treffer in nicht einmal vier Minuten viermal erfolgreich. Das Wittinger Trainer-Gespann Gades/Busch blieb stur bei seiner Variante, obwohl sie am Ende achtmal von den Rosdorfern genutzt wurde, unter anderem dann auch von Torwart Krüger, der nun in der gesamten Saison auf diese Weise schon zehnmal erfolgreich war.

Als die Führung der Gastgeber in der zweiten Halbzeit dann deutlich mehr als auf ein Dutzend Tore (23:10/38., 31:15/50.) angewachsen war und für die Gäste längst alles zu spät war, verzichteten die VfL-Verantwortlichen auf ihren siebten Feldspieler. Rosdorf hatte inzwischen eben achtmal Danke ob so viel Einfalt der Gäste gesagt.

Einmal mehr profitierte die HG auch von ihrer kompromisslosen Abwehrarbeit, die unter Coach Gernot Weiss weiter extrem hart und aggressiv daherkommt und (fast) jeden Gegner zermürbt. Nach Hubertus Brandes’ Ausfall konnte der wuchtige Hendrik Sievers als Mittelmann durchaus überzeugen. Auch Maximilian Zech, Vlad Avram und am Kreis Daniel Menn wussten zu gefallen. Im Siegerkreis ließen die HGer Sebastian Quanz hochleben, der am Dienstag 25 geworden war.

HG: Krüger 1, Ziegler – Ruck 5, Herthum 2, Frölich 4, Quanz 1, Zech 7, Krumsiek, Menn 4, Sievers 4, Burgdorf 1, Avram 5, Warnecke 2, Bohnhoff. (gsd)

Von Helmut Anschütz

Quelle: hna.de, 26.02.2017

Bildunterschrift: Mit voller Wucht aus dem Rückraum: Rosdorfs Aushilfs-Spielmacher Hendrik Sievers (am Ball), der für Hubertus Brandes (Hand gebrochen) vertrat, überspringt Wittingens Tim Schmidt. Foto: zje/gsd

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