Planungen laufen ohne Lisa Sander


Rückraumspielerin hat Kreuzbandriss –

Mehr als zwei Drittel der Saison sind vorüber. Die heimischen Oberliga-Handballerinnen sind alle auf einem guten Weg. An der Spitze zieht die HSG Plesse-Hardenberg inzwischen einsam ihre Kreise, Rosdorf-Grone und die HSG Göttingen liegen im Soll.

Göttingen. Die Sorgenfalten beim Spitzenreiter HSG Plesse-Hardenberg, der am Sonnabend um 17.30 Uhr in der Nörtener Sporthalle die HSG Hannover-Badenstedt II empfängt, werden immer tiefer, der Kader des Burgenteams wird immer kleiner. Rückraumspielerin Lisa Sander fällt mir einem Kreuzbandriss – ihrem vierten – und Meniskusschaden nicht nur für den Rest dieser Saison aus, sondern wahrscheinlich auch für die komplette Spielzeit 2017/18. Rückraumspielerin Fenja Thoelke plagen schon seit Wochen Rückenprobleme, zuletzt hatte sie sporadisch gespielt, war in Bergen sogar die Matchwinnerin, ist in den kommenden drei Begegnungen definitiv aber nicht dabei. So stehen Trainer Tim Becker nur noch acht Feldspielerinnen zur Verfügung, seine Frau Anja wird aus der zweiten Mannschaft dazu kommen.

„Wir müssen aufpassen. Das Hinspiel haben wir sicher gewonnen, jetzt kann es natürlich enger werden“, sagt der Coach, der seiner Mannschaft mit auf den Weg geben wird, die erfolgreichen Tempogegenstöße des Gegners möglichst zu verhindern. Diese machen die Reserve aus Hannover-Badenstedt zu einem der torgefährlichsten Teams der Liga.

Der lange Ausfall von Sander spiele bei der Planung für die mögliche Drittliga-Saison 2017/18 nur eine untergeordnete Rolle. „Ob wir, wenn wir das Ziel sportlich erreicht haben sollten, den Aufstieg wahrnehmen oder nicht, hängt nicht an einer Spielerin. Das wäre das falsche Signal. Wenn es zu finanzieren ist, steigen wir auch auf. Es gibt schon Gespräche mit potenziellen Neuzugängen, darunter auch eine Linkshänderin“, berichtet Tim Becker. Wenn man der Verletzung Sanders überhaupt etwas Positives abgewinnen könne, dann sei es der Zeitpunkt. „Zwei Monate später wären Verhandlungen mit neuen Spielerinnen schwieriger geworden, weil die meisten Vereine dann schon ihre Weichen gestellt hätten.“

Die HG Rosdorf-Grone befindet sich noch nicht in Sicherheit, sie sind mit vier Punkten Vorsprung vor den drei Abstiegsrängen jedoch auf einem guten Weg. Am Sonnabend kommt um 16.30 Uhr mit Eintracht Hildesheim der Tabellenzweite in die Rosdorfer Halle – ein nur schwer zu bezwingender Gegner, der mit dem ehemaligen HG-Trainer Frank Mai zudem einen Coach hat, der die südniedersächsische Frauenhandball-Szene sehr gut kennt. Die HG tritt grippegeschwächt an, Christin Jaeger fehlt mich Sicherheit, Shari Kehler und Zara Moschner hofft Trainer Lennart Pietsch einsetzen zu können. „Die Mannschaft hat sich daran gewöhnt, mit kleinem Kader aufzulaufen“, sagt der Coach, der – nach dem Sieg in Northeim – seinen Spielerinnen auch zutraut, „gegen ein weiteres Team aus der oberen Hälfte gut mitzuhalten“.

Bei der HSG Göttingen ist am Sonnabend (Sonnabend, 17 Uhr, BBS-II-Halle) gegen den VfL Wolfsburg Linksaußen Antonia Albrecht nach langer Verletzungspause (Patellasehnen-Probleme) wieder dabei. Noch immer verzichten muss Trainer Uwe Viebrans auf Lena Jansen auf der rechten Angriffsseite. Nach „Punkten, die wir eigentlich nicht eingeplant hatten“, steht die HSG inzwischen gut da, hat als Siebter ein positives Punktekonto (19:17) und eine entsprechende Distanz zu den drei Abstiegsrängen. Mit dem Gast aus Wolfsburg haben die Göttingerinnen noch eine Rechnung offen, das Hinspiel ging knapp verloren, nachdem der VfL einen Verlegungsantrag der HSG aufgrund zahlreicher Ausfälle im Oktober abgelehnt hatte.

Von Kathrin Lienig (Foto: Pförtner)

Quelle: goettinger-tageblatt.de, 23.02.2017

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.